Direkt zum Hauptbereich

Ich teile, du teilst, wir teilen

Shared Economy ein Buzzword mit schneller Mutation von der Mode hin zum wesentlichen wirtschaftlichen Faktor. Wetten, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis mittels einer Angstkampagne versucht wird, die Menschen vom Teilen abzubringen?

Warum? Im Folgenden mein erster Versuch einer Erklärung.

Zuerst aber meine Definition:

Mit Shared Economy wird jene Wirtschaft verstanden, in deren Rahmen statt gekauft und verkauft nur ausgeliehen, vermietet oder einfach nur zum Gebrauch eine Ware oder eine Dienstleistungen vom Anbieter dem Nutzniesser überlassen oder erbracht wird.
Das kann entgeltlich, unentgeltlich oder auch im Tausch gegen eine ähnliche Leistung vor sich gehen.


Wikipedia weiss (abgerufen am 12. April 2016, 15:00):

Share Economy bzw. ;">Sharing Economy ist aus makroökonomischer Sicht ein hybrides Marktmodell und aus mikrookönomischer Sicht eine Bezeichnung für Unternehmen, deren Geschäftskonzept gekennzeichnet ist durch die gemeinsame zeitlich begrenzte Nutzung von Ressourcen, die nicht dauerhaft benötigt werden.[1] In der jüngeren Vergangenheit gewann das Konzept insbesondere in Hinblick auf das World Wide Web an Bedeutung, weil Inhalte und Wissen zunehmend nicht mehr nur konsumiert, sondern mit Hilfe von Web-2.0-Technologien weiterverbreitet werden.[2].

Das ist natürlich eine etwas einseitige Betrachtungsweise, weil es dieses Modell schon viel länger gibt als das Internet. Man denke nur an das erfolgreiche Unternehmen Mobility, das seit bald 20 Jahren erfolgreich Car Sharing betreibt und aus Vorgängergenossenschaften hervorgegangen ist, die bereits 1987 gegründet wurden. Lange vor dem Internet in seiner heutigen Form also.

Aber auch Mobility, resp. CarSharing als solches ist keine eigentlich moderne Erfindung. In der Schweiz wurde besonders in der Landwirtschaft lang bevor es Internet gab, ja lange bevor an so etwas wie Internet gedacht wurde, geteilt. Bereits 1759 wurde die Ökonomische Gesellschaft des Kanton Berns gegründet. Ihr Zweck war die Diskussion, Verbreitung und Umsetzung nützlichen Wissens zur Produktionssteigerung insbesondere in der Landwirtschaft, aber auch im Handel, Gewerbe, Bergbau und in der Industrie. Sie baute Musterbetriebe auf und förderte die Berufsbildung und vernetzten Experten und deren Expertenwissen. Nach der Agrarkrise - ausgelöst durch den Import von Weizen dank der Eisenbahn - entwickelten sich die Landwirtschaftlichen Vereine, aus denen später nach dem Vorbild von Friedrich Wilhelm Raiffeisen die Landwirtschaftlichen Genossenschaften hervor gingen. Immer war im Zentrum des Interesse die Zusammenarbeit, das Teilen von Infrastrukturen, Produktionsstätten und Vermarktung der Bauern. Schliesslich entstand aus dieser bäuerlichen Selbsthilfeorganisation die heutige FENACO-LANDI, die immer noch als Futtermittelhersteller und Zulieferer im Dienste der Schweizer Landwirtschaft steht, immer noch eine Genossenschaft ist und immer noch den Bauern gehört.

Aber nicht nur die Landwirtschaft baut auf Shared Economy auf, sondern auch Banken (Raiffeisen), Versicherung (Mobiliar), Immobilien (ABZ Allgemein Baugenossenschaft Zürich) oder die Detailhandelsriesen COOP und MIGROS. Um nur die grössten Schweizer Genosschaften zu nennen. 

Warum aber soll nun gegen diese erfolgreichen Konzepte mobil gemacht werden? So ein Segen wie die Gesellschaftsform Genossenschaft für Selbsthilfeorganisationen an sich ist, so ein Fluch ist er auch aus Sicht der Hardcore Kapitallisten. Denn Genossenschaften entziehen sich zwar nicht dem Wachstum, sondern der Gewinnausschüttung. Den per se sind Genossenschaften nicht gewinnorientiert im Sinne der Shareholder-Ideologie, sondern dem Zweck ihrer häufig rigiden Zielsetzung verpflichtet.
Zudem, wer wenig Gewinn erwirtschaftet, weil er diesen in der Regel wieder in das Unternehmen reinvestieren muss, zahlt auch im Verhältnis wenig Steuern. 


Stellen wir uns nun vor, dass sich dank der technologischen Möglichkeiten die Shared Economy global ausbreitet und sich in verschiedensten Formen ausbildet, kann das durchaus das westlich-kapitalistische Gefüge in Frage stellen. Ich wage zu behaupten, dass spätestens dann wenn sich im Bereich der FinTech (Financial Technology) die FinTech-Bewegung mit Shared Economy Elementen durchsetzen würde, für die maroden Finanzdienstleister dieser Welt der Ofen aus ist. Dann beginnt ein einzigartiger und neuer Wirtschaftskrieg. Ich schwöre!

Shared Economy werde ich mit recherchierten Berichten laufend vertiefen. Orientieren Sie sich bitte am Label.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Customer Journey - Mehr als ein Buzzword im Online Marketing

Die Customer Journey beschreibt den Prozess, den der Kunde vom Kaufimpuls bis hin zum Kaufabschluss - und wohl auch darüber hinaus - entlang den Kontaktpunkten des Anbieters, dem Brand, und dessen Produkten und Dienstleistungen durchschreitet.

Wie folgende Darstellung klar macht, steckt hinter dem Begriff eine ungeahnte Komplexität. Die Anforderung an die Unternehmen ist erdenklich hoch und verlangt eine Prozessorganisation.

Bitter vielleicht der Hinweis, dass je schmerz- und reibungsloser der Kunde den ganzen Prozess erlebt, desto perfekter ist im Hintergrund die Customer Journey organisiert.









































Als Hauptbegriffe des Customer Journeys tauchen folgende Worte auf:

Awarness = Ausmerksamkeit
Consideration = Abwägung
Intent = Absicht
Purchase = Kauf
Support
Loyality = Treue
Advocacy = Fürsprache

Wie so oft, werden Begriffe und Buzzwords mehrfach interpretiert und umdefiniert. Entscheidend ist zu verstehen, dass mit Customer Journey jede Phase betrifft während der ein Kunde mit einer Unternehmun…

PostAuto AG PubliBike AG - So lanciert man kein neues Produkt

Fast den ganzen langen Sommer 2018 kam PubliBike AG nicht aus den Schalgzeilen. Grund waren die offensichtlich leicht mit einem Smartphone zu knackenden Schlösser der eBikes der PostAuto AG. Waren es zuerst vorallem in Bern zahlreiche Fahrräderschlösser, die genackt wurden, folgten auch entsprechende Meldungen aus Zürich. PubliBike musste die ganze Flotte zur Nachrüstung einziehen und die Lancierung verschieben. Nicht gerade ein vertrauensfördernder Vorgang. Betrifft es nicht das eBike selber, so stellt sich die Frage, ob der Anbieter das Geschäft, sprich die Fahrzeugtechnik im Griff hat oder ob auch da Mängel auftreten werden? Keine günstige Ausgangslage, dass die Mietvelos auch sofort rege genützt werden.
Sicher haben die Produktverantwortlichen nicht die Absicht gehabt, PubliBike erst im Herbst zu lancieren, wenn es bisher auch ein wirklich verlängerter Sommer ist. (By the way:bei der Abfassung dieses Posts zeigte das Thermometer um 16:20 h 27° C an.) Möglicherweise wäre es klüger …

Digital Storyboard - Das Drehbuch

Wozu braucht es ein Drehbuch? 1.Wie es fast immer in beruflichen Bereichen einen Plan braucht, braucht eine gute Geschichte ein Drehbuch.2.Ein Drehbuch hat seine eigene Entstehungsgeschichte.Es entsteht in einem Prozess lange bevor es dann auch umgesetzt wird.3.Im Drehbuch wird nicht bloss eine Geschichte geschrieben, sondern auch die Anweisung, wie die Geschichte inszeniert werden soll in Bezug auf alle Faktoren und Facetten die eine Geschichte schliesslich ausmacht. Nachdem wir nun vor Augen haben, wie eine Geschichte ihren Anfang nimmt, beschäftigen wir uns mit der Methode wie man das Gerüst verkleidet und das Haus mit Leben füllt. Dazu dient uns die Methodik des Drehbuches. Angelehnt an die lange Tradition des Filmemachens vertrauen wir auf die Prozesse bei der Entstehung einesFilmdrehbuches. Peter Hant hielt in seinem Werk „Das Drehbuch“ fest, dass in einem eigentlichen Drehbuch nur beschrieben wird, was zu sehen und zu hören ist. Gedanken oder Absichten haben in einem Drehbuch kei…