Bericht von der Pokémon Go Marketing-für-kleine-Unternehmen-Front

Wie ich in meinem Post zum Thema "Wie kleine Unternehmen von Pokémon GO profitieren können", berichtet habe, gilt es die quasi in den Schoss gelegten Möglichkeiten des erhöhten Passantenverkehrs zu nutzen.

Das kann man natürlich nur dann wirklich gut, wenn man sich mit Pokémon GO selber auseinandersetzt und die Chancen verstehen lernt.

Die Raiffeisen-Bank Filiale Burgdorf hat das offenbar weder verstanden noch getan. Davon zeugt ein halbseitiger Bericht in 20 Minuten.

Als Verantwortlicher würde ich mich für derartige Publizität alles andere als freuen. Es mag sein, dass in der Tat ein Problem besteht. Es aber auf diese Weise zu lösen, zeugt nicht eben von Professionalität.

Ohne die örtliche Situation zu kennen, hätte ich für Abfalleimer und Sitzbänke gesorgt, die man im Raum dieser Arena temporär sicher untergebracht hätte. Oder vielleicht gäbe es in der Bank selber ein ungenütztes Büro, das man originellerweise als Pokémon GO Zone hätte herrichten können. Schlau wie ich bin, hätte ich noch ein Pokémon-GO-Bank-Dienstleistungspaket geschnürt, das auf die Zielgruppe gemünzt wäre. Vermutlich alles jüngere noch nicht Bank-Konto-Besitzerinnen oder noch nicht Raiffeisen-Kunden.
Ich hätte dann eine Verlautbarung für die Medien geschrieben, in der ich bekannt gemacht hätte, dass wir in der Raiffeisen Burgdorf für regnerische Zeiten vorgesorgt hätten und dass man zwecks Arena-Trainings gut und gerne Unterschlupf finden könnte.
Und auf meinem Plakat hätte gestanden, dass jeden Monat jener Pokémon-Trainer ein Bankbüechli mit 50 Franken bekommt, der oder die sich am längsten mit seinen Pokémons in der Arena halten kann.
Nun kann man natürlich anführen, dass eine Bank sich schlecht mit Spielen verträgt. Zumindest mit Spielen wo es nicht um Geld geht. Ist ja auch unseriös. Es könnte die älteren Jahrgänge stören, wenn sich in der Filiale Jugendliche zum Spielen aufhalten. Man kann mir auch entgegnen, dass eine seriöse Bank kein Begegnungsort der Generationen ist. Dazu kann ich eigentlich nur die Schultern zucken...

Andere Unternehmen sind entschieden vifer. MANOR ist wie die RAIFFEISEN auch nicht gerade eine Kleinunternehmung. Vermutlich haben beide kluge Marketingleute in ihren Reihen. MANOR vermutlich die etwas cleveren. Wie Beispiel zeigt, organisiert MANOR (Hier am Beispiel Biel) eine Pokémon-Jagd in ihren Verkaufsräumlichenkeiten und schreibt dazu gar einen Geldpreis aus.
Bedenkenträger mögen natürlich befürchten, dass das grosse Chaos ausbreche und die nicht Pokémon jagenden Kunden vergraule. Meine Besichtigung des Tatortes in Biel erbrachte keinerlei Hinweise darauf, dass dem so sei. Auf jeden Fall waren nicht mehr Security-Leute unterwegs als üblich.
Kann sein, dass die Aktion bei MANOR genau aus diesem Grund nur bis 14. August dauert, weil dann die Schulferien zu Ende sind und die Kids wieder in Scharen in der Stadt unterwegs.



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