Digital Car Company? - So geht grüne Wirtschaft!

Seit Tesla die Autoindustrie von hinten aufrollt, Google und Apple sich um neue Automobilekonzepte bemühen, ist das Ende der Autoindustrie zu Ende. Wir erleben es, wie sich ein Massenprodukt neu erfindet und binnen einer Dekade zu völlig neuen Mobilitätskonzepten finden wird. Alleine diese Digitale Transformation wird zu einer neuen Wirtschaftsblüte führen. Grüne Wirtschaft inklusive! Am Ende dieses Zyklus wird kein Schwarzes Gold mehr verbrannt. Nicht von Autos auf alle Fälle.

Tesla gibt den Takt und das Konzept vor. Dabei steht nicht einmal der Elektromotor als solches im Vordergrund, sondern die Definition, was ein Auto in Zukunft sein wird.
Tesla hat aus dem Auto eine Software-Plattform gemacht. Apple bläst ins selbe Horn. "Ein Auto ist für Apple nichts anderes als ein anderes mobiles Endgerät, nicht mehr als eine andere Form des iPhones!", meinte kürzlich 
sinngemäss der Projektleiter bei Apple. Tesla selber wandelt sich inzwischen selber vom Autobauer zum Energiekonzern. Vielleicht sollten sich die Schweizer Energiekonzerne an Tesla orientieren statt auf Atomkraft zu bauen. Doch das nur so nebenbei.

Nicht nur die Digitale Transformation steht bei den Autobauern an, sondern auch eine vermutlich brutal verlaufende Reduktion der heutigen Überkapazitäten der Autoproduktion. Einfach eine Autofabrik umbauen die bisher Autos mit Verbrennungmotoren baute und nun das Auto des 21. Jahrhundert bauen soll, wird kaum funktionieren. iPhones werden ja auch nicht in einer einzigen Fabrik gebaut. Bloss die Assemblage der Einzelteile wird zentral erledigt, die Einzelteile werden in einem einzigartig globalisierten Prozess hergestellt. Apple kauft immer dort ein, wo die Qualität und der Preis stimmt. Das wird in Zukunft auch in der Autoindustrie so geschehen, sofern man dann diese Industrie noch so benennen kann. Gut beraten sind die Schweizer Autoindustriezulieferer sich hier entsprechen neu zu positionieren. Besitzen sie die entsprechende Digitale Reife?

Wie nun reagiert eine traditionelle Firma wie etwa Audi auf diese Herausforderungen? In einem NZZ-Gespräch gab Dietmar Voggenreiter Auskunft.

Voggenreiter zeichnet für den Umbau von Audi in eine "Digital Car Company" verantwortlich. In zehn Jahren will er in jedem vierten Auto mit den vier Ringen ein Elektro- oder Hyprid-Antrieb haben. So wie Apple die Autoindustrie angreift, soll Audi dabei die Computerindustrie aufreiben. In einem Audi soll der Passagier in Zukunft Filme, Musik, Software-Updates sowie Sonderausstattungen kaufen und konsumieren können. Voggenreiter will eine 10 Mio. Mitglieder zählende Community für Audi aufbauen. Ein sympathisches Ziel.


Warum aber soll der gemeine Android- und iPhone-User ein Audi-User werden? Einen Audi kann man ja zum Musikhören nicht einfach in die Tasche stecken. Voggenreiter verriet natürlich nicht alles. Doch immerhin soviel. Mit einem digitalisierten Audi wird dieses Vehikel zu einem regelrechten Datenfänger. Er erwähnt in diesem Interview den Bauern, der sich nach Regendaten erkundigen wird, die er in Zukunft besser bei Audi nachfrägt statt beim Wetterdienst. Denn bereits heute verfügt ein Audi Regensensoren. Es sind bereits derart viele Regensensoren unterwegs, dass aus den gesammelten Daten bis in die Mikrolandschaft hinein genau gesagt werden kann, wo genau es gerade regnet. Für Landwirte in eher trockenen Gegenden ein Segen, lässt sich so die Bewässerung in Zukunft genauer regeln ohne dass der Landwirt vor Ort sein muss.

Das Beispiel eigent sich gut, um aufzuzeigen, was geschehen wird, wenn eine Volkswirtschaft in eine "Grüne Wirtschaft" gewandelt wird. So gesehen ist die Abstimmung in der Schweiz darüber nicht nur ein starkes Signal, dass wir etwas tun, sondern dass die Genialität des menschlichen Geistes angefeuert wird, Dinge zu tun, an die man nicht als Erstes denkt.



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