Direkt zum Hauptbereich

Die neuen Geschäftsmodelle der Autoindustrie

Bislang war es ja so, dass sich die Autobauer auf allem möglichen Ebenen einen Wettbewerb geleistet haben. Und seit klar ist, dass es weltweit Überkapazitäten im Autobau gibt, verläuft der Wettbewerb nicht mehr nur über den Preis und die schier unaufhörliche Ziselierung der nützlichen und umnützlichen Zubehöre, sondern mehr und mehr auch auf der Ebene neue Geschäftsmodelle, angeregt durch die Digitale Transformation. 

Es zeichnet sich eine vermutlich intensiv geführte Diskussion darüber ab, was ein Auto in Zukunft sein wird. Meine Sicht auf die Dinge klärte sich mit der Bemerkung des Apple Chef-Car-Ideologen als er sagte, "dass ein Auto für Apple nicht mehr ist als ein weiteres mobiles Device". Mit andern Worten, ein Auto ist in Zukunft viel Software und etwas Hardware. Nochmals mit anderen Worten: eine Auto ist eine Plattform wie etwa iTunes oder etwas überzeichnet gesagt, in Zukunft lade ich mir meine Autobestandteile, meine Features von iTunes herunter wie eine App, ein iBook oder einen Song.

Sofern das Hardwareteil eines Autos noch mir gehört. Wenn nicht, kaufe ich die Software und speichere sie in der iCloud und aktiviere den Teil, wenn ich das georderte Vehikel besteige. Was Solls, die Zukunft ist praktisch.

Nun brandet in Deutschland gerade eine Welle des Entsetzens an die Mauern der begrenzten Fantasien. Der Porsche-Finanzchef Lutz Meschke lies verlauten, dass es denkbar wäre, gewisse Features in Zukunft wie In-App-Käufe zu organisieren. Im Zusammenhang mit Automobilen wird von "Auto DLC" gesprochen.
Was man sich aus dem Interview mit Meschke im Mobile-Magazin wohl merken muss, ist seine Beschreibung der Mark-Webber-Funktion. Diese besteht aus einer herunterladbarer App, mit den Daten einer von Max Webber (Porsche-Rennfahrer) gefahrenen Strecke, die der Laie im selbststeuernden Porsche zuerst abfahren kann, um schliesslich selbst die Ideallinie nachzufahren. Auf diese Weise soll der Autofahrer seine Fahrweise verbessern können. Tolle Idee, die allerdings im Zeitalter der Self-Driving-Cars etwas widersprüchlich ist. Warum soll ein Mensch in Zukunft überhaupt noch Auto fahren lernen?



Nun, Porsche nährt ihren Brand vom Rausch des stilvollen Autofahrens und denkt eigentlich nicht daran, den Porsche selbststeuernd heraus zugeben. Doch von der Entwicklung im Bereich Auto-als-Plattform will Porsche dann schon profitieren, wie hier nachgelesen werden kann. Microbilling wird demnach nicht nur auf dem Smartphone ausgeübt, sondern auch in teuren Karossen. Man darf gespannt sein, wie sehr "Micro"  die Preise für Porsche-Software dann sein wird.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Customer Journey - Mehr als ein Buzzword im Online Marketing

Die Customer Journey beschreibt den Prozess, den der Kunde vom Kaufimpuls bis hin zum Kaufabschluss - und wohl auch darüber hinaus - entlang den Kontaktpunkten des Anbieters, dem Brand, und dessen Produkten und Dienstleistungen durchschreitet.

Wie folgende Darstellung klar macht, steckt hinter dem Begriff eine ungeahnte Komplexität. Die Anforderung an die Unternehmen ist erdenklich hoch und verlangt eine Prozessorganisation.

Bitter vielleicht der Hinweis, dass je schmerz- und reibungsloser der Kunde den ganzen Prozess erlebt, desto perfekter ist im Hintergrund die Customer Journey organisiert.









































Als Hauptbegriffe des Customer Journeys tauchen folgende Worte auf:

Awarness = Ausmerksamkeit
Consideration = Abwägung
Intent = Absicht
Purchase = Kauf
Support
Loyality = Treue
Advocacy = Fürsprache

Wie so oft, werden Begriffe und Buzzwords mehrfach interpretiert und umdefiniert. Entscheidend ist zu verstehen, dass mit Customer Journey jede Phase betrifft während der ein Kunde mit einer Unternehmun…

PostAuto AG PubliBike AG - So lanciert man kein neues Produkt

Fast den ganzen langen Sommer 2018 kam PubliBike AG nicht aus den Schalgzeilen. Grund waren die offensichtlich leicht mit einem Smartphone zu knackenden Schlösser der eBikes der PostAuto AG. Waren es zuerst vorallem in Bern zahlreiche Fahrräderschlösser, die genackt wurden, folgten auch entsprechende Meldungen aus Zürich. PubliBike musste die ganze Flotte zur Nachrüstung einziehen und die Lancierung verschieben. Nicht gerade ein vertrauensfördernder Vorgang. Betrifft es nicht das eBike selber, so stellt sich die Frage, ob der Anbieter das Geschäft, sprich die Fahrzeugtechnik im Griff hat oder ob auch da Mängel auftreten werden? Keine günstige Ausgangslage, dass die Mietvelos auch sofort rege genützt werden.
Sicher haben die Produktverantwortlichen nicht die Absicht gehabt, PubliBike erst im Herbst zu lancieren, wenn es bisher auch ein wirklich verlängerter Sommer ist. (By the way:bei der Abfassung dieses Posts zeigte das Thermometer um 16:20 h 27° C an.) Möglicherweise wäre es klüger …

Wie Amazon eCommerce und Onlinemarketing aufmischt

(Liveblog aus dem Internet-Briefing vom 3. Oktober 2018)

Fabian Serger, Team Manager SEA, von der Firma Webrepublic AG erklärt Amazon Advertising.
Er zieht Vergleiche zwischen eCommerce in der Schweiz mit der internationalen Entwicklung als Einstieg in sein Referat.

Da wo sich Kunden informieren!
- auf der Händlerseite
- Preisvergleich-Seiten
- Suchmaschinen, Google als Nr. 1 mit über 90% Marktanteil in der Schweiz
- Google-Shopping als dominanter Kanal, ziemlich ähnlich wie bei Amazon

Wo suchen die USA-Konsumenten?
Amazon konkurriert Google bereits 2016 massiv mit über 60% Anteil.
Amazon hat über 488 Mio. Produkte auf der Webseite und hat über 300 Mio. Kunden. Amazon wächst weltweit. Der Amazon Ad Revenue erzielte bereits im Q2 2.4 Mia. $ Umsatz. Geschätzt wird bis Ende Jahr mehr als 10 Mia. Es findet gegenwärtig ein Media-Shift statt.

Die Zukunft heisst Retail Media.

Amazon kommt mit 300 Mio. Produkte in die Schweiz und streben einen Umsatz von 2.5 Mia. CHF an. Dafür arbeitet Amazon…