Online goes offline - Wie Onlinehändler den Retail neu erfinden

(Liveblog)

Unter diesem Titel referiert Alexandra Scherrer von der Firma Carpathia zur aktuellen Entwicklung im Schweizer Onlinehandel anlässlich eines Internet-Briefings in Zürich.

Jährlicher Umsatzwachstum von 10% seit 2008. Per 2017 wurden 8.9 Mia. CHF an Warenumsätze gemacht. Hauptanteil der Umsätze wurden im Non-Food-Bereich erzielt. 2017 wurden etwas mehr als 14% zum Gesamtdetailhandel verbucht. Die umsatzstärksten Onlinehändler sind mit 690 Mio. von Digitec, gefolgt von Zalando und Amazon.
Zalando sandte 9.5 Mio in die Schweiz und nahm 5.7 Mio. wieder zurück.
45’000 Pakete kommen aus China in die Schweiz.
Erwartet wird ein anhaltendes Wachstum im Onlinehandel.
Im Vergleich zu Deutschland und Österreich führt Amazon den Onlinehandel in der Schweiz nicht an. Nachdem nun Amazon den Schweizer Markteintritt angekündigt hat, dürfte sich das bald ändern.

Wie nun gehen Onliner offline?

Zalando eröffnete in Berlin einen Showroom. Mymüsli ist in eigenen Shops in Shop-in-Shops anzutreffen. Auch Amazon betreibt erste Flagshipstores.
Demgegenüber reduziert Exlibris ihre Ladenfläche auf noch 14 Läden.
Auch Globus schliesst Läden und verkleinert seine Ladenflächen.

Alexandra Scherrer vermerkt die Veränderung der DNA der Kunden in Bezug auf ihr Einkaufsverhalten. Die Digital Natives sollen ab 2020 über 60% der Online-Kundschaft stellen. Diese werden andere Ansprüche stellen, speziell im Bereich Convienience werden neue Erwartungen zu beobachten sein. Auch die Individualisierung wird sich weiter entwickeln.
Sie erwähnt den Begriff Datenreligion mit hoher Gläubigkeit in Daten.
Die technologische Entwicklung führe zur weiteren Vermenschlichung der Technik, was sich im Onlinehandel bemerkbar machen wird. Sie erwähnt Remotedienstleistungen durch AI, 3D.

Globus bekennt sich mit 50% Investitionsvolumen in ihre Digital Strategie.

Multichannel, Crosschannel, Omnichannel - als Entwicklungslinie im Detailhandel. Im Omnichannel werden die Kanäle unsichtbar.  Nahtloser Übergang von einem zum anderen Kanal. Der Kunde rückt in den Mittelpunkt. MyMüsli sieht sich nicht als Onliner, sondern will dort sein, wo die Kunde ihre Ware auch versuchen will. Die Haptik spielt nicht nur im Fashionbereich eine kaufentscheidende Rolle. Das Beste aus beiden Welten soll kombiniert werden.

Omnichannel hat logischerweise Auswirkungen auf die Prozesse des Unternehmens. Anforderung an die Überwindung des Silodenkens liegt auf der Hand.

Thesen zur weiteren Entwicklung


Entkopplung von Einkauf und Begegnung: Für das Bedürfnis von Menschen sich zu treffen müssen neue Businesscases entwickelt werden.

POS wird zu Point of Emotion: Waren und Servers müssen erlebbar gemacht werden.
Service Excellence soll erlebbar gemacht werden.

Kellersports (D) als Studycase

Last-Mile-Logistics wird sich weiter entwickeln, um schneller beim Kunden zu sein.
Hema von Alibaba als Beispiel. Ein erfolgreiches Konzept, das die Immobilienpreise im Umfeld zu steigen brachte.

Sortimentskompetenz und Kuration wird zum Erfolgsfaktor. Warenlager als Showroom hat ausgedient.

Retail-as-a-Service, ein Beispiel in den USA zeigt ein Angebot für Retailer, die nur ausgesuchte Produkte zum Anfassen und Ausprobieren bereitstellen können.

Vertieftes Wissen zum Thema findet sich auf dem Blog von Carpathia, resp auf Slideshare.

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